Gedeckter Güterwagen mit offener Tür + Licht /GS210 (Märklin 4410/ 4411)

Ziel war es, mit den genannten Wagen, die bereits schon einige Jahrzehnte im Programm sind, einen Ganzzug >10 Wagen zu bilden.

 

Die Wagen sind gebraucht relativ günstig zu erwerben, zw. 3-7 Euro pro Stück.

 

Unverändert wären sie langweilig. Mein Pflichtenheft sah folgendes vor:

– Alterung

– Öffnen von Seitentüren an mindestens 3 Wagen, inkl. sichtbarer Beladung und Licht.

– 2 Wagen sollten Schlusslicht haben (Märklin 4411), einer davon mit geöffneter Seitentüre und abschaltbarem Schlusslicht, falls er im Verbund mitfährt oder einfach nur an der Laderampe steht.

– die Beleuchtung muss ausschließlich im Digitalbetrieb funktionieren (im Analogbetrieb brennt dann nichts).

Mir war egal, ob das alles vorbildgerecht ist, der Ganzzug sollte einfach ein paar abwechslungsreiche Ansichten schaffen. Ob so ein gedeckter Güterwagen überhaupt Innenlicht hatte? Ob da mal ein Bahnmitarbeiter die Türe zu schließen vergessen hat?

Ich übernehme selbstverständlich keine Haftung für Schäden, die beim Umbau nach meiner Anleitung entstehen. Auch ist jeder vor dem entsprechenden Montageschritt selbst verantwortlich, vorher die Folgen seines Handelns zu abzuklären (Kurzschlüsse, Wiederverkaufswert, Zerstörung des Modells etc.).

Die Anleitung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Fehlerfreiheit.

Der Umbau erhebt auch keinen Anspruch darauf, dass der Umbau entsprechend des Originals vorbildgerecht erfolgt.

1. Öffnen der Seitentüren

Zuerst mussten die Wagen auseinandergenommen werden. Das Gehäuse ist auf dem Fahrgestell eingeklappt. Es befinden sich an beiden Stirnseiten an der Unterseite des Fahrgestells je 2 Rastnasen, die man zusammendrücken muss. Das Gehäuse lässt sich dann nach oben abheben. Ich habe es nicht geschafft, die Rastnasen zu erhalten, alle sind an irgendwelchen Stellen abgebrochen. Altes Plastik halt.

Die Seitentüren wurden mit einem sehr dünnen Sägeblatt für das Multitool ausgesägt (die Einstiegsleitern vorher sauber abtrennen). Ich hab vorher an einem alten Wagen ein paar Schnitte probiert, da das ein sehr fummeliger Vorgang ist. Eine Schnittprobe (Markierung auf altes Plastik, dann entlang schneiden – das tut´s auch) ist aber in jedem Fall empfehlenswert, damit man ein Gefühl für das Schneiden bekommt.

Hier läuft man Gefahr, den Wagen zu zerstören. Falls die Sägearbeiten jemand nachmacht: gerne, aber auf eigenes Risiko.

Wenn möglich sollte man alle Schnitte mit dem Multitool ausführen, bis die Türe freigestellt ist. Biegen führt bei dem alten Plastik regelmäßig zu unkontrollierten Brüchen. Dann ist das ein Fall für die Tonne.

Nach dem vollständigen Austrennen der Türen werden diese an die Seitenwand mit Plastikkleber angeklebt. Man kann hier entscheiden, wie weit die Türe offenstehen soll. Unsaubere Kanten (und die gibt es immer!) können bei der Alterung noch etwas kaschiert werden.

Ich hatte mich beim Kauf nicht auf die Wagen 4410 beschränkt, sondern auch die Nr. 4411 gekauft (auch als defekt). Da ich davon nur 2 brauchte, hab ich von den restlichen 4411 das Innenleben inkl. Lichtleiter ausgebaut, und das Loch des Schlusslichts mit Füllspachtel verschlossen. Das Innenleben wird ja dann bei der Installation der Beleuchtungen wieder gebraucht.

Alle Bilder können mit einem Klick vergrößert werden.

2. Alterung

Die Alterung ist im Netz vielfach beschrieben.

Ich habe mich im Wesentlichen an den YouTube-Kanal Sebb‘s 1zu87 gehalten. Seine Videos zur Alterung des TAES-Schwenkdachwagens und zur Alterung des gedeckten Güterwagens sind empfehlenswert, und dienten mir als Vorlage.

Verwendet habe ich Farben von Revell (Aqua Color) und Vallejo, sowie deren Pigmentfarben, und einen Ölstift (das Ergebnis ist anschaulich).

Bei insgesamt 13 Wagen war der Aufwand nicht wesentlich höher, als wenn ich nur wenige Wagen gealtert hätte. Mein Tipp: immer mehr Wagen gleicher Bauart altern, dann kann man eventuell noch einen an einen MoBaFreund verschenken.

 

3. Beleuchtung

Die Beleuchtung ist nicht schwierig. Im Digitalbetrieb muss man darauf achten, dass das Licht nicht flackert. Das schafft man mit Gleichrichtern und -wenn man will- mit einem Elko zur Pufferung (quasi als Speicher für Stromunterbrechungen). Insbesondere den Elko fand ich erst nicht notwendig, erste Tests ergaben aber ein ruhigeres Licht mit Elko. Verwendet wurden solche mit 470mF und 35V.

Die Schaltung ergibt sich aus den Fotos. Es ist möglich die Bauteile lose zu verkabeln, oder auf eine Streifenlochplatine zu löten. Ich hatte mal für Innenbeleuchtungen Platinen erstellen lassen, und hab natürlich diese verwendet. Platinen sind aber nicht notwendig. 1 Beleuchtung hab ich auf Streifenrasterplatinen erstellt (sie wurde dann in einen Märklin Hochbordwagen 4430 eingebaut, s. die 3 folgenden Bilder, in der Mitte eingebaut in den Wagen). Die Verkabelung findet statt, wie auf den Platinen beschriftet.

Materialliste Beleuchtung:

– Brückengleichrichter

– LED weiß, SMD oder andere Bauform

– Widerstand, SMD oder andere Bauform. Ich habe 4,7 kOhm verwendet (für die Innenbeleuchtung vielleicht etwas zu dunkel, aber es soll ja nur gedimmt sein).

– Elko, 470 mF, 35 V

4. Beladung und Zusammenbau

Wo Türen offen sind, sieht man rein.

Deshalb sollte eine Beladung mit Kisten suggeriert werden. Ich habe dazu Balsaholz mit der Stärke 1mm verwendet. Dies lässt sich mit einem Skalpell einfach schneiden. Der Boden wurde ausgeschnitten und grau angemalt.

Die Kistenimitationen sind mit Heisskleber angeklebt, die Leisten mit Holzleim.

Die Beleuchtung wurde auf eine Halterung aus Styrodur geklebt.

Für den Wagen mit Schlusslicht habe ich zusätzlich an der Seitentüre einen Schalter eingebaut für das Schlusslicht. Die Innenraumbeleuchtung zeigt in diesem Wagen zur Decke; das Wagendach habe ich innen mit Alufolie beklebt.

 

Die Innenmöblierung bekam noch einen Wash mit Rostbraun.

Ganz hinten sieht man den umgebauten Hochbordwagen. Die Farbe der Kisten und des Bodens wurde nochmal aufgehellt (Boden grau, Kisten in Sandton, Kanten mit mattschwarz leicht graniert).

Hier im Einsatz als Ganzzug:

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